81 Kitze mit Drohne vor dem grausamen Mähtod gerettet

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© Rupprecht Walch

Jägern aus dem Nördlinger Ries ist eine spektakuläre Rettungsaktion gelungen: Mit Hilfe einer Drohne konnten sie in den vergangenen zwei Wochen 81 Rehkitze vor dem sicheren, qualvollen Tod bewahren. Denn die Grasmahd zwischen Ende April und Mitte Juni überlebt kaum ein Tier, das im Feld Schutz sucht.

Bereits im vergangenen Jahr sind die Berufsjäger um Rupprecht Walch aus dem schwäbischen Ries durch eine Vorführung darauf aufmerksam geworden, mittels Drohne und Wärmebildkamera die gefährdeten Rehkitze im Feld aufzuspüren und rechtzeitig vor dem Mähtermin zu retten. Heuer konnten sie den Landwirten das Angebot machen, die Technik auch im eigenen Gebiet zu nutzen und für sie die Rehkitze ausfindig zu machen. Eigentlich sind die Landwirte dafür selbst verantwortlich, sie machen sich nach dem Tierschutzgesetz sogar strafbar, wenn sie den Tod der kleinen Rehe bei der Mahd billigend in Kauf nehmen. In der Praxis ist es für die meisten Landwirte jedoch nahezu unmöglich, all ihre Feldflächen genau abzusuchen. Zu groß ist der Zeitdruck, zu schnell die Maschinen – oft gefahren von Lohnunternehmern.

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© Rupprecht Walch

Jäger unterstützen traditionell die Bauern und stellen kurz vor dem Mähtermin auf den Wiesen Wildscheuchen auf, die dafür sorgen sollen, dass das Muttertier den Nachwuchs in der Nacht vor der Mahd aus den Flächen holt. Eine Methode, die leider nicht immer funktioniert. Hundertausende Jungtiere werden laut Schätzungen Jahr für Jahr Opfer der Mähwerke. Nicht nur junge Rehe – auch Hasen, Rebhühner und seltene Bodenbrüter. „Wenn ein Rehkitz erfasst wird, werden die Beine meist weggeschnitten, sodass es nicht mehr weglaufen kann und stirbt“, erklärt Berufsjäger Rupprecht Walch aus Oettingen.

Dies kann durch den Einsatz moderner Technik verhindert werden. Mit einer Flugdrohne und Wärmebildkamera können die Rehkitze im Feld rasch gefunden und so noch vor der Mahd mit Kartons aus den Wiesen herausgetragen werden. Sobald dies geschehen ist, benachrichtigen die Jäger den zuständigen Landwirt, damit dieser den betreffenden Feldabschnitt mähen kann. In der Zwischenzeit werden die Rehkitze in einem ungefährdeten Nachbargrundstück ausgesetzt. Die Mutter findet sie rasch, wenn sie ihre Rufe hört.

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© Rupprecht Walch

Um die Rehkitze zu retten, mussten die Jäger in den vergangenen Wochen schon früh aufstehen. Gegen vier Uhr morgens muss die Drohne zum Suchflug starten. Das Zeitfenster, in dem die Wärmebildkamera den „Jägerpiloten“ Dieter Hampl und Berufsjäger Rupprecht Walch zuverlässig die Kitze anzeigt, ist kurz. Schon gegen acht Uhr ist die Bodentemperatur so hoch, dass die Erkennung des kleinen Wildkörpers unmöglich ist. Der Einsatz der beiden Jäger und ihrer Helfer hat sich gelohnt: In den betreffenden Gebieten konnten bereits 81 Rehkitze in Sicherheit gebracht werden. „Es wäre wünschenswert, wenn in Zukunft auch in anderen Regionen diese Technik eingesetzt werden würde. So kann den Tieren viel Leid erspart werden“, sagt Walch.

Die Möglichkeit, die über 12.000 Euro teure Drohne für die Rettung der Tiere zu nutzen, haben die Landwirte und die Jäger einem Jagdhundeverein zu verdanken. Der Verein für Deutsche Wachtelhunde (Landesgruppe Baden-Württemberg Nord) nutzt die Jagdgebiete rund um Oettingen seit vielen Jahren, um dort seine Hundeprüfungen durchzuführen. Indem er seine Drohne zur Verfügung stellt, revanchiert sich der Verein nun bei den Rieser Jagdpächtern für ihre Unterstützung und leistet so nicht nur durch den Einsatz guter Jagdhunde, sondern auch durch die moderne Technik einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz.

In Facebook hat die Aktion der beiden Jäger viel Zuspruch erfahren: Ein Beitrag mit Bildern der Kitzrettung auf dem Profil von Rupprecht Walch am Montag wurde bereits über 8.000 Mal mit einem Like versehen und über 6.000 Mal geteilt.

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Mit einer Drohne und einer Wärmebildkamera gelang es den Jägern, die Rehkitze noch rechtzeitig vor der Grasmahd aus dem Feld zu holen. © Rupprecht Walch

Hier geht’s zum Originalartikel: http://www.idowa.de/inhalt.noerdlinger-ries-81-kitze-vor-dem-grausamen-maehtod-gerettet.f0df654f-3f36-4cf1-bb22-ee97462892ce.html

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Über laurajuhu

21 Jahre, Volontärin (Moosburger Zeitung).

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